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Die Makro-Saison 2022

28.05.2022 - Scheckenfalter...

Die neue Saison ist bereits ein paar Tage alt, aber erst an diesem Wochenende habe ich es mal geschafft mit der Kamera vor die Tür zu kommen. Eigentlich war ich einmal mehr auf der Suche nach Raubfliegen, schein­bar aber auch in diesem Jahr wieder etwas zu spät für das Objekt meiner Begierde.

Melitaea cinxia
Gattungssuche Melitaea cinxia - Wegerich-Scheckenfalter
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Nr. 2022.1025kl_r100 %
1025kl_r
Melitaea cinxia
Wegerich-Scheckenfalter
100mm; F/7.1; 1/250s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV

Stattdessen flogen mir an allen besuchten Lokalitäten Wegerich-Scheckenfalter über den Weg, die so statt­des­sen als Foto-Motive herhalten mussten.

Melitaea cinxia
Gattungssuche Melitaea cinxia - Wegerich-Scheckenfalter
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Nr. 2022.1066kl_r100 %
1066kl_r
Melitaea cinxia
Wegerich-Scheckenfalter
100mm; F/8; 1/320s; ISO 640
Canon EOS 5D Mark IV

Wie die meisten Tagfalter ist auch dieser relativ kleine Vertreter seiner Zunft bei uns immer seltener anzu­treffen, obwohl er früher als einer der häufigsten heimischen Scheckenfalter galt. Die Art ist fast in ganz Europa verbreitet und kommt auch in Deutschland überall vor - gilt hier aber in­zwischen als stark gefähr­det.

Die Falter fliegen von Ende April bis Anfang August und bevorzugen dabei offene und trockene Gebiete als Lebensraum. Ihre Raupen ernähren sich hauptsächlich von Spitzwegerich - daher auch der deutsche Name.

Melitaea cinxia
Gattungssuche Melitaea cinxia - Wegerich-Scheckenfalter
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Nr. 2022.1001bkl_r100 %
1001bkl_r
Melitaea cinxia
Wegerich-Scheckenfalter
100mm; F/9; 1/250s; ISO 640
Canon EOS 5D Mark IV

Dieser hübsche Tagfalter ist mir zwar schon desöftern im märkischen Sand begegnet, aufgrund der tollen Farb­gebung seiner Flügelunterseiten aber jedes Mal wieder aufs Neue ein kleiner Augenschmaus.

Melitaea cinxia
Gattungssuche Melitaea cinxia - Wegerich-Scheckenfalter
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Nr. 2022.1103kl_r100 %
1103kl_r
Melitaea cinxia
Wegerich-Scheckenfalter
100mm; F/9; 1/250s; ISO 1000
Canon EOS 5D Mark IV

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24.07.2022 - Seit langem mal wieder Püttberge...

Vor einiger Zeit noch mein Heimat-Makro-Biotop, hat es mich in den letzten Jahren aufgrund zweier Umzüge immer seltener in die Püttberge verschlagen. Da mein Sohn sich aber immer mehr für Heuschrecken interessiert, wurde es mal wieder Zeit dieses Hüpfer-Eldorado heimzusuchen. Natürlich wurden wir auch fündig.

Calliptamus italicus
Gattungssuche Calliptamus italicus - Italienische Schönschrecke ♀
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Nr. 2022.2632kl_r100 %
2632kl_r
Calliptamus italicus
Italienische Schönschrecke ♀
100mm; F/8; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Die Art - bis vor ein paar Jahren in Berlin und Branden­burg noch sehr selten - ist aufgrund der Klimaer­wärmung inzwischen aus vielen sandigen und offenen Lebensräumen nicht mehr wegzudenken.

Phaneroptera falcata
Gattungssuche Phaneroptera falcata - Gemeine Sichelschrecke ♀
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Nr. 2022.2625kl_r100 %
2625kl_r
Phaneroptera falcata
Gemeine Sichelschrecke ♀
100mm; F/8; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Einen wirklichen Erstfund gab es dann aber auch noch!

Als erstes sprangen uns die obligatorischen Italie­nischen Schönschrecken gleich zu dutzenden über die Füße. Immer wieder schön anzusehen, mit welcher Muster- und Farbvielfalt diese bis zu 3,5 cm (für Kurz­fühlerschrecken) recht großen Tiere darherkommen.

Calliptamus italicus
Gattungssuche Calliptamus italicus - Italienische Schönschrecke ♀
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Nr. 2022.2619b_kl100 %
2619b_kl
Calliptamus italicus
Italienische Schönschrecke ♀
100mm; F/8; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Ein paar weitere Infos gibt es im Bericht zu meiner Erstbe­gegnung mit ihr in den Püttbergen, welche zu meinem Erstaunen tatsächlich schon 11 Jahre her ist.

Der eigentliche Grund unseres Besuches war aber eine andere Art, von der ich wusste, dass sie hier in den Püttbergen heimisch ist. Die Rede ist von der Gemei­nen Sichelschrecke, einer Langfühler­schrecke, die dieser Bezeichnung wirklich alle Ehre macht. Die überdimensionalen Fühler sind dabei nicht zuletzt eine Herausforderung beim Fotografieren.

Auch diese Art ist ein Nutznießer der allgemeinen Klima­erwärmnung. Infos gibt's wiederum im Bericht zur Erstbegegnung.


Auf einer Lichtung mit ein paar kleinen Heidepolstern begegnete uns ein Männchen der Kleinen Gold­schrecke in der langflügeligen Variante.

Letzteres ist hervorzuheben, da die Männchen der Art normalerweise kurze Flügel aufweisen. Vermutlich sind die langen Flügel auch der Grund für ihren Aufenthalt an dieser Stelle, denn außer dem fotografierten Exem­plar, fanden wir kein weiteres Tier der Art am Fundort.

Diese leuchtend grüne Kurzfühlerschrecke kommt in Europa und Asien vor und lebt sowohl in trockenen als auch in feuchten Lebensräumen. In Deutschland wird die Art von Süden nach Norden immer seltener. In Brandenburg gilt sie als "stark gefährdet" und für Berlin ist die Schrecke laut Roter Liste bisher sogar noch nicht nachgewiesen.

Für den Nachweis der Art - im Sinne einer etablierten Population - braucht es aber mehr als dieses Einzeltier, welches es vermutlich mit dem Wind in die Püttberge verweht hat.

Das einzige Fotomotiv des heutigen Tages ohne Sprungbeine war ein Großes Ochsenauge. Diesen Vertreter der Tagfalter hatte ich bisher noch nicht vor der Linse, obwohl er mir über die Jahre hier immer mal wieder über den Weg fliegt.

Maniola jurtina
Gattungssuche Maniola jurtina - Großes Ochsenauge
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Nr. 2022.2649kl_r100 %
2649kl_r
Maniola jurtina
Großes Ochsenauge
100mm; F/5.6; 1/320s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Euthystira brachyptera
Gattungssuche Euthystira brachyptera - Kleine Goldschrecke ♂
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Nr. 2022.2639kl_r100 %
2639kl_r
Euthystira brachyptera
Kleine Goldschrecke ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 250
Canon EOS 5D Mark IV

Die Art kommt, außer im hohen Norden, in ganz Eu­ropa vor und ist in Deutschland einer der häufigsten Augenfalter. Die Tiere bevorzugen offene und trockene Lebensräume, sind aber auch an feuchteren Stand­orten, wie etwa Waldrändern, zu finden.

Die Raupen der Falter ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern.

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25.07.2022 - Und täglich grüßt die Schrecke...
Roeseliana roeselii
Gattungssuche Roeseliana roeselii - Roesels Beißschrecke ♂
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Nr. 2022.2687bkl_r100 %
2687bkl_r
Roeseliana roeselii
Roesels Beißschrecke ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 1600
Canon EOS 5D Mark IV

...diesmal sogar im heimischen Garten in Form eines Männchens von Roesels Beißschrecke. Die Art ist in Deutschland recht häufig in den unterschiedlichsten Lebensräumen anzutreffen. Bevorzugt werden aller­dings frische, naturbelassene Wiesen.

Das besondere am heutigen Exemplar sind jedoch seine langen Flügel, da die Art normalerweise nur kurze Flügel aufweist. Bei Heuschrecken tritt dieses Phänomen immer mal wieder auf. Man spricht hier von einer makropteren Form. Als Ursache wird vor allem die Populationsdichte genannt. Das heißt, wenn die Indivi­duenanzahl einer Art in einem Biotop zu groß wird, steigt auch gleichzeitig der prozentuale Anteil von langflügligen Tieren - vermutlich damit neue Lebens­räume schneller erschlossen werden können.

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27.07.2022 - Auf der Suche nach dem Weibchen...

Nach dem Zufallsfund einer einzelnen männlichen Goldschrecke vor ein paar Tagen, war ein erneuter Besuch der Püttberge natürlich Pflicht. Schließlich musste der Jungforscher ja auch noch das zugehörige Weibchen finden. Leider ergab die Nachsuche aber keinen Erfolg. Noch nicht einmal ein weiteres Männchen wurde gefunden - nur dasselbe Exemplar wie beim letzten Mal sprang immernoch an Ort und Stelle umher.

Stenobothrus lineatus
Gattungssuche Stenobothrus lineatus
Heidegrashüpfer ♀
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Nr. 2022.2710kl_r100 %
2710kl_r
Stenobothrus lineatus
Heidegrashüpfer ♀
100mm; F/8; 1/250s; ISO 1250
Canon EOS 5D Mark IV
Chorthippus mollis
Gattungssuche Chorthippus mollis
Verkannter Grashüpfer ♂
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Nr. 2022.2717kl_r100 %
2717kl_r
Chorthippus mollis
Verkannter Grashüpfer ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 1000
Canon EOS 5D Mark IV
Euthystira brachyptera
Gattungssuche Euthystira brachyptera
Kleine Goldschrecke ♂
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Nr. 2022.2699kl_r100 %
2699kl_r
Euthystira brachyptera
Kleine Goldschrecke ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 1000
Canon EOS 5D Mark IV

Dafür kreuzten ein paar weitere Kurzfühlerschrecken unseren Weg. Neben dem Heidegrashüpfer, den wir im letzten Jahr bereits in Kienbaum und an der Ostsee beobachten konnten, war vor allem die makroptere Form (siehe 25.07.2022) eines Männchens des Verkannten Grashüpfers ein schöner Fund. Danke an Peter Rück­heim für die Bestimmung!

Die größte Überraschung war allerdings die Beobach­tung eines der "Todfeinde" der hiesigen Heuschrecken­fauna. Die Rede ist von der Heu­schreckensand­wespe - einer Art, die im Mittel­meerraum weit verbreitet ist, bei uns aber in den letzten Jahren aufgrund der Klimaerwärmung in wärmebegünstigten Regionen immer häufiger anzutreffen ist.

Meist kündigt sie sich durch ihr lautes Gebrumme schon von weitem an, denn mit bis zu 2,5 cm ist sie die größte heimische Grab­wespenart. Während sie selbst sich von Blütennektar ernährt.

Durch ihre Größe und ihre Kraft ist es ihr möglich selbst große Heuschrecken, wie das Große Grüne Heupferd, mühelos zu überwältigen und dann in die von ihr im Sand gegrabenen Löcher zu ver­frachten.

Sphex funerarius
Gattungssuche Sphex funerarius - Heuschreckensandwespe
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Nr. 2022.2813kl_r100 %
2813kl_r
Sphex funerarius
Heuschreckensandwespe
100mm; F/5; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV
Sphex funerarius
Gattungssuche Sphex funerarius - Heuschreckensandwespe
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Nr. 2022.2817kl_r100 %
2817kl_r
Sphex funerarius
Heuschreckensandwespe
100mm; F/5; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Die Schrecken werden später zusammen mit dem Gelege der Wespen im Loch eingeschlossen und dienen den Larven nach dem Schlupf als Nahrung. Damit die Beute möglichst lange "frisch" bleibt, wird sie von der Wespe nicht getötet sondern lediglich betäubt.

Während des Grabevorgangs knickt die Wespe ihre Vorderbeine nach innen und benutzt diese dann wie eine Schaufel.

Die zwei am Fundort herumschwirrenden Exemplare waren sehr hektisch und vor allem äußerst aufmerksam, so dass ich über eine Stunde gebraucht habe, bis ich mich mit einer von beiden zumindest soweit "angefreundet" hatte, dass mich diese nicht mehr als Bedrohung wahrgenommen hat und mich bis an die Naheinstellgrenze meines Objektivs an sich und ihre "Baustelle" heranließ. Still gehalten hat sie aber trotzdem nie...

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30.07.2022 - Unverhofft kommt oft...
Oedipoda caerulescens
Gattungssuche Oedipoda caerulescens - Blauflügelige Ödlandschrecke ♀
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Nr. 2022.3013kl_r100 %
3013kl_r
Oedipoda caerulescens
Blauflügelige Ödlandschrecke ♀
100mm; F/8; 1/250s; ISO 320
Canon EOS 5D Mark IV

Die Flora und Fauna ist jedoch vergleichbar. Heu­schrecken-technisch sprangen vor allem die üblichen trockenheitsliebenden Arten namens Blauflügelige Öd­landschrecke und Italienische Schönschrecke in großer Anzahl umher.

Unser heutiger Ausflug führte uns in die Grenzberge nahe Erkner. Genau wie die Püttberge handelt es sich um eine Binnendüne, welche allerdings - im Gegensatz zu ersteren - nicht mitten im Siedlungsgebiet sondern im Wald liegt.

Calliptamus italicus
Gattungssuche Calliptamus italicus - Italienische Schönschrecke ♂
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Nr. 2022.3029kl_r100 %
3029kl_r
Calliptamus italicus
Italienische Schönschrecke ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Darüber hinaus erspähte der Sohnemann ein paar weitere Arten, unter anderem das vor ein paar Tagen vergeb­lich in den Püttbergen gesuchte Weibchen der Kleinen Goldschrecke, die genau wie ihr männliches Pendant schon von Weitem durch ihre leuchtende grüne Färbung auffiel. Im Gegensatz zum Männchen verfügt das Weib­chen jedoch nur über sehr kurze Flügelstummel und ist daher flugunfähig.

Euthystira brachyptera
Gattungssuche Euthystira brachyptera
Kleine Goldschrecke ♀
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Nr. 2022.3132kl_r100 %
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Euthystira brachyptera
Kleine Goldschrecke ♀
100mm; F/8; 1/320s; ISO 800
Canon EOS 5D Mark IV
Pseudochorthippus parallelus
Gattungssuche Pseudochorthippus parallelus
Gemeiner Grashüpfer ♀
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Nr. 2022.3116kl_r100 %
3116kl_r
Pseudochorthippus parallelus
Gemeiner Grashüpfer ♀
100mm; F/11; 1/320s; ISO 2000
Canon EOS 5D Mark IV
Conocephalus fuscus
Gattungssuche Conocephalus fuscus
Langflüglige Schwertschrecke ♀
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Nr. 2022.3105kl_r100 %
3105kl_r
Conocephalus fuscus
Langflüglige Schwertschrecke ♀
100mm; F/7.1; 1/320s; ISO 640
Canon EOS 5D Mark IV

Weiterhin gab es aus der hüpfenden Zunft noch die Langflüglige Schwertschrecke und den Gemeinen Gras­hüpfer zu bewundern. Letzteren jedoch nur in einem makropteren weiblichen Einzelexemplar, welches man in diesem Fall - aufgrund der langen Flügel - eigentlich nicht sicher vom Sumpfgrashüpfer unterscheiden kann. Da dieser aber streng an feuchte Habitate gebunden ist, sollte die Bestimmung so passen. Danke an Peter Rückheim für die Erläuterung!

Crocothemis erythraea
Gattungssuche Crocothemis erythraea - Feuerlibelle ♂
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Nr. 2022.3128kl_r100 %
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Crocothemis erythraea
Feuerlibelle ♂
100mm; F/8; 1/250s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV

Zum einen konnte ich ein frisches Männchen der Feuerlibelle ablichten - eine Art, welche sich aufgrund der Klimaerwärmung aus dem mediterranen Raum immer mehr in Richtung Norden ausbreitet und inzwischen auch bei uns gar nicht mehr so selten ist.

Hyles euphorbiae
Gattungssuche Hyles euphorbiae - Wolfsmilchschwärmer (Raupe)
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Nr. 2022.3090_01kl_r100 %
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Hyles euphorbiae
Wolfsmilchschwärmer (Raupe)
100mm; F/5.6 (DFF); 1/320s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Außer der jahreszeitlich bedingten sehr aktiven Heu­Schreckenfauna gab es aber auch noch ein paar weitere interessante Motive.

Unter anderem flogen gleich mehrere Libellenarten umher, die aufgrund der hohen Temperaturen an diesem Tag allerdings äußerst aktiv und somit schwer vor die Linse zu bekommen waren. Zwei Fotos sind mir trotzdem gelungen.

Orthetrum cancellatum
Gattungssuche Orthetrum cancellatum - Großer Blaupfeil ♀ + ♂
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Nr. 2022.3005kl_r100 %
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Orthetrum cancellatum
Großer Blaupfeil ♀ + ♂
100mm; F/10; 1/400s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Zum anderen ein Paarungsrad des Großen Blaupfeils, welcher wie die vorhergehende Art ebenfalls zu den Segellibellen gehört. Sie ist der größte Vertreter seiner Gattung und überall in Europa weit verbreitet. Danke an Andreas T. Hein für die Bestimmung beider Arten!

Zu guter Letzt noch ein Foto einer riesigen Raupe des Wolfsmilchschwärmers. Zwar sind mir Raupen dieser Art schon des öfteren an Pflanzen der im mär­kischen Sand allgegenwärtigen Zypressen­wolfs­milch begegnet, aber trotzdem jedesmal wieder ein beein­druckendes Erlebnis!

Alles in allem wieder mal ein erfolgreicher Ausflug in die Natur gleich vor unserer Haustür!

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31.07.2022 - Schönower Heide...

Mindestens einmal im Jahr geht's in die Schönower Heide und heute war es mal wieder so weit. Hauptbesuchs­grund waren diesmal die hier ansässigen Blauflügligen Sandschrecken, die der Sohnemann "finden" wollte.

Sphingonotus caerulans
Gattungssuche Sphingonotus caerulans - Blauflügelige Sandschrecke ♂
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Nr. 2022.3171bkl_r100 %
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Sphingonotus caerulans
Blauflügelige Sandschrecke ♂
100mm; F/11; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Interessanterweise waren die meisten Individuen nämlich immer gerade so gefärbt, wie der jeweilige Untergrund auf dem sie saßen.

Sphingonotus caerulans
Gattungssuche Sphingonotus caerulans - Blauflügelige Sandschrecke ♀
X
Nr. 2022.3179kl_r100 %
3179kl_r
Sphingonotus caerulans
Blauflügelige Sandschrecke ♀
100mm; F/11; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Und natürlich sind wir auch fündig geworden, denn sowohl auf den vielen offenen Sandflächen als auch auf dem Weg waren die Tiere in großer Anzahl aktiv - meistens allerdings sehr gut getarnt.

Sphingonotus caerulans
Gattungssuche Sphingonotus caerulans - Blauflügelige Sandschrecke ♀
X
Nr. 2022.3157kl_r100 %
3157kl_r
Sphingonotus caerulans
Blauflügelige Sandschrecke ♀
100mm; F/8; 1/320s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Sobald man allerdings nahe genug an die Hüpfer rankam, verrieten sie sich beim Aufspringen sofort durch ihre hübschen hellblauen Flügel - es sei denn, es handelte sich gerade mal um eine Blauflügelige Ödlandschrecke, die hier in ähnlicher Populationsdichte vorkommt.

Die Art lebt bei uns ausschließlich in wärmebegünstig­ten Lebensräumen mit geringer Vegetation. Dabei ist es egal ob es sich, wie der Name nahelegen würde, um Sand oder andere Habitate, wie Schotterflächen oder Felsfluren handelt. In Mitteleuropa sind derartige Habitate aber meist nicht mehr vorhanden. Die Art ist daher bei uns vorwiegend auf Sekundärlebensräume wie die Schönower Heide, als ehemaliger Truppen­übungsplatz, angewiesen.

Außer den vielen Schrecken war allerdings insekten­seitig nichts los - vermutlich auch aufgrund der hier momentan herrschenden hohen Temperaturen.

Neben ein paar Libellen, wie der sehr zierlichen und leicht zu übersehenden Hufeisen-Azurjungfer, flat­terten lediglich noch ein paar wenige kleinere Tagfalter umher.

Plebejus idas
Gattungssuche Plebejus idas - Idas-Bläuling ♂
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Nr. 2022.3192kl_r100 %
3192kl_r
Plebejus idas
Idas-Bläuling ♂
100mm; F/9; 1/320s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Coenagrion puella
Gattungssuche Coenagrion puella - Hufeisen-Azurjungfer ♀
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Nr. 2022.3201kl_r100 %
3201kl_r
Coenagrion puella
Hufeisen-Azurjungfer ♀
100mm; F/9; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Vor die Linse bekommen habe ich davon aber nur ein Männchen des Idas-Bläuling. Zwar lässt sich die Art hier theoretisch nicht bestimmen, da man für die Determinierung von Silberfleckbläulingen die Ober­seiten der männlichen Exemplare benötigt, aber ein weiteres (nicht herzeigbares) Foto zeigt eindeutig einen breiten dunklen Rand, welcher den Argus-Bläuling hier ausschließt.

Vielen Dank an Peter Rückheim für die Bestätigung meiner Bläuling-"Bestimmung"!

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