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Die Makro-Saison 2017

21.11.2017 - 02.12.2017 - Viel kanarischer Sand...

Weil man nur aller 10 Jahre einen runden Geburtstag hat, dachte ich mir, dass ich dieses Ereignis diesmal nicht in der üblichen November-Tristesse der heimatlichen Gefilde begehe, sondern auf dem immer frühlingshaften kanarischen Archipel, den wir ja nun schon einige Male besucht und jedes Mal sehr genossen haben.

Kickxia heterophylla
Gattungssuche Kickxia heterophylla - Verschiedenblättriges Tännelkraut
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Nr. 2017.1149kl_r100 %
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Kickxia heterophylla
Verschiedenblättriges Tännelkraut
100mm; F/8; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Und weil diesmal unser Fokus eher auf Entspannung gerichtet sein sollte, wählten wir Fuerteventura als Urlaubsziel aus. Allerdings wurden wir überrascht, wie abwechslungsreich die Insel tatsächlich ist - wir hatten nur einen großen Sand­kasten erwartet.

Dieser ist Fuerteventura natürlich zum größten Teil auch, aber halt nicht nur und wenn doch, dann trifft man selbst in diesen lebensfeindlichen oft wüsten­artigen Lebensräumen vielfältiges Leben an.

Kickxia heterophylla
Gattungssuche Kickxia heterophylla - Verschiedenblättriges Tännelkraut
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Nr. 2017.1152kl_r100 %
1152kl_r
Kickxia heterophylla
Verschiedenblättriges Tännelkraut
100mm; F/8; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Oft denkt man zum Beispiel, dass es sich bei der Vegetation nur noch um vertrockenete Überbleibsel besserer, regenreicherer Tage handelt - zumindest bis man einmal genauer hinschaut.

Ein schönes Beispiel ist das Verschiedenblättrige Tännelkraut, welches uns auf unseren Wanderungen gleich ein paar Mal begegnete - oft inmitten ansonsten völlig vertrockneter anderer Pflanzen.

Ononis hesperia
Gattungssuche Ononis hesperia - Hauhechel
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Nr. 2017.976kl_r100 %
976kl_r
Ononis hesperia
Hauhechel
100mm; F/9; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV
Ononis hesperia
Gattungssuche Ononis hesperia - Hauhechel
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Nr. 2017.978kl_r100 %
978kl_r
Ononis hesperia
Hauhechel
100mm; F/9; 1/320s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV

Gleiches gilt für Ononis hesperia, einen Hauhechel. Auch dieser Vertreter der Schmetterlingsblütengewächse sieht auf den ersten Blick oft total grau und vertrocknet aus - auf den zweiten hingegen, entpuppt er sich als wahre Schönheit. Uns begegnete er in großer Anzahl in der Sandwüste von El Jable.

Genau dort trafen wir auch auf den Sparrigen Bocks­dorn. Allerdings trieb es dieser dornige Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse in Sachen "Vor­täuschen von Leblosigkeit" auf die Spitze.

Von Weitem sahen dessen Büsche nämlich nur noch wie völlig vertrocknetes Geäst aus - von der gnadenlos brutzelnden "Wüsten-Sonne" allen Lebens beraubt.

Lycium intricatum
Gattungssuche Lycium intricatum - Sparriger Bocksdorn
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Nr. 2017.980kl_r100 %
980kl_r
Lycium intricatum
Sparriger Bocksdorn
100mm; F/9; 1/320s; ISO 800
Canon EOS 5D Mark IV

Zwar konnte man keins der sukkulenten Blätter mehr entdecken, in denen die Pflanze sonst ihre Wasserreserven speichert, aber hier und dort sah man kleine bunte Lebenszeichen in Form von lila Blüten oder roten Beeren-Früchten, die am ansonsten leblos wirkenden Strauch fast wie Fremdkörper wirkten.

Als typischer Vertreter trockener Lebensräume ist die Art außer auf den Kanaren sowohl im Mittel­meerraum als auch an der nord-afrikanischen Atlantikküste anzu­treffen - häufig in Küstennähe. In Algerien und Marokko dringt die Art aber auch bis in die Steppenregionen im Landesinneren vor.

Lycium intricatum
Gattungssuche Lycium intricatum - Sparriger Bocksdorn
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Nr. 2017.982kl_r100 %
982kl_r
Lycium intricatum
Sparriger Bocksdorn
100mm; F/3.2; 1/2500s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Der genauere Blick jedoch bot dem interessierten Betrachter ein anderes Bild. Denn zwischen den Zweigen konnte man durchaus erkennen, dass hier tatsächlich noch Leben im Gebüsch drin steckt.

Lycium intricatum
Gattungssuche Lycium intricatum - Sparriger Bocksdorn
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Nr. 2017.1013kl_r100 %
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Lycium intricatum
Sparriger Bocksdorn
100mm; F/10; 1/320s; ISO 1600
Canon EOS 5D Mark IV

Mehr botanisches habe ich diesmal nicht zu bieten, auch wenn es an weiteren Motiven sicherlich nicht gemangelt hätte. Kommen wir nun zu den Reptilien. Auf Fuerteventura gibt es davon genau drei Arten - eine Eidechse, einen Skink und einen Gecko. Letzterer ist hier allgegenwärtig und so auch zu meinem Motiv geworden.

Der Ost-Kanaren Gecko kommt, wie sein Name schon sagt, lediglich auf den östlichen der Kanarischen Inseln vor. Neben Fuerteventura sind das noch Lanzarote und einige den beiden vorgelagerten klei­neren Inseln.

Ursprünglich wurde die Art als Varietät des Mauer­geckos beschrieben, welcher in den Küstenregionen des mediterranen Raums vorkommt und auch bereits in einige Länder auf dem amerikanischen Kontinent eingeschleppt wurde.

Tarentola angustimentalis
Gattungssuche Tarentola angustimentalis - Ost-Kanaren Gecko
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Nr. 2017.1030kl_r100 %
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Tarentola angustimentalis
Ost-Kanaren Gecko
100mm; F/9; 1/320s; ISO 800
Canon EOS 5D Mark IV
Tarentola angustimentalis
Gattungssuche Tarentola angustimentalis - Ost-Kanaren Gecko
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Nr. 2017.1044kl_r100 %
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Tarentola angustimentalis
Ost-Kanaren Gecko
100mm; F/10; 1/320s; ISO 1000
Canon EOS 5D Mark IV

Inzwischen geht man allerdings davon aus, dass es sich um eine eigene Art handelt, die wahrscheinlich vom Mauergecko abstammt. Vermutlich namen die Vorfahren des Ost-Kanaren-Geckos mit Hilfe von Treibgut den direkten Weg von der nordafrikanischen Küste übers Meer.

Das Gleiche gilt für die vier weiteren Gecko-Arten der Kanaren, die alle jeweils nur auf einer oder zwei der Inseln vorkommen - es sich also auch dort isolationsbedingt eigene Arten gebildet haben.

Tarentola delalandii, welcher ausschließlich auf La Palma und Teneriffa vorkommt, ist mir bzw. meiner Kamera bereits vor ein paar Jahren am Montaña Roja begegnet.

Gattungssuche Datei nicht gefunden.
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Nr. 2015.100 %
Bild nicht gefunden.
Gattungssuche Datei nicht gefunden.
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Nr. 2015.100 %
Bild nicht gefunden.

Es folgen drei Insekten. Als erstes die Larve einer Fangschrecke mit dem schönen Namen Kleine Teufelsblume, welche mir ebenfalls in der Sandwüste von El Jable vor die Linse kam. Auf der Suche nach Spinnen bewegte sich auf einmal ein seltsames grün-weißes Gebilde zwischen den ganze vertrockneten Zweigen. Hier hat wohl die beabsichtigte Tarnwirkung völlig versagt - zumindest was mich betrifft.

Blepharopsis mendica
Gattungssuche Blepharopsis mendica - Kleine Teufelsblume (Larve)
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Nr. 2017.951kl_r100 %
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Blepharopsis mendica
Kleine Teufelsblume (Larve)
100mm; F/6.3; 1/320s; ISO 250
Canon EOS 5D Mark IV

Der hübsche Räuber ist dabei in vielen trocken­warmen Lebensräumen zu finden und auch in Wüsten, wie der Sahara, anzutreffen. Darüber hinaus ist er auch in manch einem deutschen Wohnzimmer ein gern gesehener Terrarium-Gast. In der Natur sehe ich das Insekt allerdings deutlich lieber.

Die Art ist eine von drei auf Fuerteventura behei­mateten Fangschreckenarten. Ihr weltweites Verbrei­tungsgebiet ist allerdings sehr viel größer und erstreckt sich von Vorderasien über das östliche und nördliche Afrika bis auf die Kanaren, wo sie die Westgrenze ihrer Ausbreitung erreicht.

Blepharopsis mendica
Gattungssuche Blepharopsis mendica - Kleine Teufelsblume (Larve)
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Nr. 2017.962kl_r100 %
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Blepharopsis mendica
Kleine Teufelsblume (Larve)
100mm; F/9; 1/250s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV

Wo auf der Insel Gewässer zufinden sind, was zugegebenermaßen eher selten ist, trifft man auch auf Libellen. Ganze 10 Arten gibt es auf den Kanaren, 7 davon auf Fuerteventura und 2 haben es auf meinem Chip geschafft.

Beide gehören zu den Großlibellen. Die erste - eine Feuerlibelle, ist eine im mediterranen Raum weit verbreitete Art, die begünstig durch die allgemeine Klimaerwärmung ihren Weg aber inzwischen auch schon zu uns nach Mitteleuropa geschafft hat.

Rahmstreif-Blaupfeil
Gattungssuche Rahmstreif-Blaupfeil - Orthetrum chrysostigma ♂
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Nr. 2017.1192kl_r100 %
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Rahmstreif-Blaupfeil
Orthetrum chrysostigma ♂
100mm; F/9; 1/250s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV
Crocothemis erythraea
Gattungssuche Crocothemis erythraea - Feuerlibelle ♂
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Nr. 2017.1186kl_r100 %
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Crocothemis erythraea
Feuerlibelle ♂
100mm; F/9; 1/250s; ISO 320
Canon EOS 5D Mark IV

Die zweite - der Rahmstreif-Blaupfeil ist weniger weit verbreitet. Er kommt außer auf den Kanaren nur noch in Nordafrika und den Küsten der Iberischen Halbinsel sowie dem östlichen Mittelmeerraum vor.

Springspinnen-seitig war es, zumindest was die Artenvielfalt betrifft, eher weniger erfolgreich. Allerdings waren die Funde fast alle auf meiner To-Do-Liste. Neben den hier abgebildeten Exemplaren gibt es wie immer eine Komplettübersicht und natürlich finden alle springenden Foto-Modelle Eingang in meine Galerie.

Aelurillus lucasi
Gattungssuche Aelurillus lucasi
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.4368_81kl_r100 %
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Aelurillus lucasi
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Heliophanus fuerteventurae
Gattungssuche Heliophanus fuerteventurae
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.4913_26kl_r100 %
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Heliophanus fuerteventurae
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Salticus alegranzaensis
Gattungssuche Salticus alegranzaensis
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.5341_62kl_r100 %
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Salticus alegranzaensis
Springspinne ♂
65mm; F/5 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Aelurillus lucasi
Gattungssuche Aelurillus lucasi
Springspinne ♀
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.6915_39kl100 %
6915_39kl
Aelurillus lucasi
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Heliophanus fuerteventurae
Gattungssuche Heliophanus fuerteventurae
Springspinne ♀
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.5216_34kl_r100 %
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Heliophanus fuerteventurae
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Salticus alegranzaensis
Gattungssuche Salticus alegranzaensis
Springspinne ♀
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.4289_07kl_r100 %
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Salticus alegranzaensis
Springspinne ♀
65mm; F/7.1 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Nämliches trifft gleichermaßen auf den folgenden springenden Schatz zu, den ich an der Playa de la Barca und dem benachbarten Risco del Paso aufspüren konnte. Die Rede ist von Pseudomogrus dumosus, der dritten von mir neu endeckten Springspinnenart in meiner noch jungen "Karriere" als Hobby-Arachnologe.

Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1877_88kl_r100 %
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Yllenus dumosus
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1767_91kl_r100 %
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Yllenus dumosus
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1954_66kl_r100 %
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Yllenus dumosus
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/13s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1741_66kl_r100 %
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Yllenus dumosus
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/15s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1822_39kl_r100 %
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Yllenus dumosus
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Yllenus dumosus
Gattungssuche Yllenus dumosus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.1792_11kl_r100 %
1792_11kl_r
Yllenus dumosus
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/4s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Mehr gibt es diesmal nicht zu zeigen - der Rest des Urlaubes war dann doch der Erholung vorbehalten.

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24.07.2017 - Herr Lindenmann...
Mimas tiliae
Gattungssuche Mimas tiliae - Lindenschwärmer (Raupe)
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Nr. 2017.3875_04kl_r100 %
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Mimas tiliae
Lindenschwärmer (Raupe)
100mm; F/5 (DFF); 1/250s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Ein paar Infos zur Art gibt es im Bericht zu meiner ersten fotografischen Begegnung mit diesem tollen Insekt - damals allerdings in Form des adulten Falters.

Ein Fahrradausflug in Familie führte uns heute kreuz und quer durch unseren Stadtbezirk. Als wir gerade gemüt­lich eine kleine Allee mit Winterlinden entlang fuhren, sah ich im Vorbeifahren - im Augenwinkel - etwas auffällig Buntes auf der Straße herum­liegen.

Mir war sofort klar, was mein Unterbewußtsein da wahr­genommen hatte und so machte ich kurzerhand kehrt und rief auch den Rest der Familie zu mir. Und tatsächlich, mitten auf dem Asphalt kroch die Raupe eines Lindenschwärmers umher, die von meinem Sohn sofort den Namen Herr Lindenmann verpasst bekam.

Nach der Färbung und Größe zu urteilen, war der wohl gerade auf dem Weg sich einen geeigneten Unterschlupf für seine Verpuppung und anschließende Überwin­terung zu suchen. Zu einem kleinen Foto­shooting konnte ich ihn dennoch überreden.

Mimas tiliae
Gattungssuche Mimas tiliae - Lindenschwärmer (Raupe)
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Nr. 2017.3842_50kl_r100 %
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Mimas tiliae
Lindenschwärmer (Raupe)
100mm; F/6.3 (DFF); 1/15s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
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15.06.2017 - Gestreifter Habicht...

Einmal mehr schenkte mir unser Garten heute ein tolles Motiv. Dabei handelte es sich, mit der Gestreiften Habichtsfliege noch dazu um eins, welches mir in meiner Galerie der Raubfliegen bis dato noch fehlte.

Die Art ist in Deutschland zwar fast überall verbreitet, wurde aber bisher relativ selten nachgewiesen. Auch für mich ist es der erste Kontakt mit diesem filligranen und mit ca. 1 cm Körpergröße für eine Raubfliege recht kleinem Insekt.

Dioctria linearis
Gattungssuche Dioctria linearis - Gestreifte Habichtsfliege ♀
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Nr. 2017.2936_52bkl_r100 %
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Dioctria linearis
Gestreifte Habichtsfliege ♀
100mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Dioctria linearis
Gattungssuche Dioctria linearis - Gestreifte Habichtsfliege ♀
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Nr. 2017.2842_56kl_r100 %
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Dioctria linearis
Gestreifte Habichtsfliege ♀
100mm; F/6.3 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Im Gegensatz zu den meisten anderen Vertretern ihrer Familie, dringt die Art auch in eher feuchtere und schattigere Habitate vor, ist jedoch auch auf Trockenrasen und in anderen xerothermen Biotopen anzutreffen. In Deutschland findet man sie an Waldrändern, in Gebüschen und Gärten, aber auch auf Ackerflächen. Dabei trifft man den kleinen Räuber dort meist in den unteren Bereichen der Gehölze an, wo er aus dem Schatten heraus Jagd auf vorbeifliegende Insekten macht.

Dioctria linearis
Gattungssuche Dioctria linearis - Gestreifte Habichtsfliege ♀
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Nr. 2017.2681_87bkl_r100 %
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Dioctria linearis
Gestreifte Habichtsfliege ♀
100mm; F/7.1 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Dioctria linearis
Gattungssuche Dioctria linearis - Gestreifte Habichtsfliege ♀
X
Nr. 2017.2909_19kl_r100 %
2909_19kl_r
Dioctria linearis
Gestreifte Habichtsfliege ♀
100mm; F/6.3 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Ich bin immer wieder aufs Neue erstaunt, was so ein gehölzreicher Garten für eine reichhaltige Insekten-Fauna bereithält und freue mich schon auf die nächsten tollen Funde.

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05.06.2017 - Unverhofft...
Neoitamus cyanurus
Gattungssuche Neoitamus cyanurus - Gemeiner Strauchdieb ♀ + ♂
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Nr. 2017.2636_53kl_r100 %
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Neoitamus cyanurus
Gemeiner Strauchdieb ♀ + ♂
100mm; F/5 (DFF); 1/40s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

...kommt bei mir eher selten vor. Heute allerdings rief mich mein kleiner Sohn mit den Worten "Hier sind zwei dicke Futterfliegen für die Riesenkrabbenspinnen" in den Garten.

Was ich da jedoch zu sehen bekam, waren zwar zwei Fliegen, aber als Futter waren die eindeutig zu schade. Also tauschte ich die Becher zum Fangen schnell gegen meine Kamera und versuchte die Akteure statt physisch lieber fotografisch festzuhalten.

Interessant an der Situation war aber außer der Kopula der beiden Gemeinen Strauchdiebe noch die Tat­sache, daß sich das Weibchen während des Geschehens gleich­zeitig an einem Schnellkäfer gütlich tat. Der­artiges konnte ich bisher bei einer Raubfliegenpaarung noch nie beo­bach­ten.

Wie diese Situation überhaupt zu Stande gekommen ist, muß allerdings offen bleiben.

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12.04.2017 - 22.04.2017 - Andalusischer Frühling...

Unser diesjähriger Frühjahrsurlaub führte uns in den sonnigen Süden Spaniens - genauer gesagt in die Nähe der andalusischen Stadt Málaga. Neben der Erholung und Kultur lag unser Fokus natürlich auch wieder auf der Erkundung der hiesigen Natur. Das Problem ist allerdings, dass man diese erst einmal finden muss, denn vor allem die Costa del Sol ist erschreckend zugebaut. Wenn man sich jedoch etwas Mühe gibt und auch das Hinterland mit seinen küstennahen Gebirgen erforscht, wird man doch relativ schnell fündig.

Aufgrund des ganzjährig sehr warmen Klimas und der Nähe zu Afrika ist vor allem die andalusische Flora mit vielen Besonderheiten ausgestattet, die teilweise nur genau hier vorkommen und sonst nirgendwo auf der Welt.

Einige dieser Endemiten begegneten uns gleich am ersten Tag, während einer Wanderung auf dem Monte Calamorro hoch über der Küstenstadt Benalmádena direkt am Wegesrand - und das in beachtlicher Anzahl.

Allen voran drei Vertreter aus der Gattung der Leinkräuter, die alle samt ihr Vorkommen lediglich auf den südlichsten Süden von Spanien beschränken.

Linaria huteri
Gattungssuche Linaria huteri - Leinkraut
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Nr. 2017.8163kl_r100 %
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Linaria huteri
Leinkraut
100mm; F/7.1; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Was für ein Glück, dass uns hier gleich alle drei dieser Selten­heiten am selben Tag begegnet sind - und vor allem nur ein paar Meter voneinander entfernt.

Silene psammitis subsp. lasiostyla
Gattungssuche Silene psammitis subsp. lasiostyla - Lichtnelke
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Nr. 2017.8179kl_r100 %
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Silene psammitis subsp. lasiostyla
Lichtnelke
100mm; F/4.5; 1/1000s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Linaria saturejoides
Gattungssuche Linaria saturejoides - Leinkraut
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Nr. 2017.8187bkl_r100 %
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Linaria saturejoides
Leinkraut
100mm; F/4.5; 1/640s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Während Linaria huteri (Cádiz und Sierras de Mála­ga) und Linaria saturejoides (Sierra Nevada und Sierras de Tejeda y Almijara) dabei jeweils noch einen relativ "großen" Teil Andalusiens besiedeln, beschränkt sich das Vorkommen von Linaria clementei nur auf ein kleines Areal zwischen Mijas und der Sierra Blanca.

Linaria clementei
Gattungssuche Linaria clementei - Leinkraut
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Nr. 2017.8178kl_r100 %
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Linaria clementei
Leinkraut
100mm; F/4.5; 1/1000s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Ein weiterer dieser Lokalendemiten, der uns direkt am Wegesrand begegnete, war Silene psammitis in der Unterart lasiostyla - eine niedrigwüchsige rosafarbene Lichtnelke, die einzig und allein hier in der Sierra de Mijas vorkommt.

Und um die Fünf vollzumachen stand gleich daneben mit Echium albicans die nächste Seltenheit. Auch dieser Natterkopf ist in seiner natürlichen Verbreitung lediglich auf das andalusische Bergland beschränkt, obwohl inzwischen viele seiner gezüchteten Nachkommen ihren Weg in unsere heimische Gärten gefunden haben.

Echium albicans
Gattungssuche Echium albicans
Weißblättriger Natterkopf
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Nr. 2017.8203bkl_r100 %
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Echium albicans
Weißblättriger Natterkopf
100mm; F/6.3; 1/400s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Tuberaria guttata
Gattungssuche Tuberaria guttata
Geflecktes Sandröschen
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Nr. 2017.8164kl_r100 %
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Tuberaria guttata
Geflecktes Sandröschen
100mm; F/7.1; 1/500s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Papaver dubium
Gattungssuche Papaver dubium
Saat-Mohn
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Nr. 2017.8185kl_r100 %
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Papaver dubium
Saat-Mohn
100mm; F/4.5; 1/1600s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Wie man am Vorhandensein eines deutschen Trivial-Namens leicht erkennen kann, sind die nächsten Beiden bei Weitem nicht so selten - ganz im Gegenteil. Sowohl der Saat-Mohn als auch das Gefleckte Sandröschen kommen in ganz Europa vor. Wenn letzteres seinen Verbreitungschwerpunkt auch eher im Mittelmeerraum hat und im restlichen Areal lediglich in wärmebegünstigen Gebieten vorkommt. Auch das nächste Duo - gefunden in einem lichten Pinienwald - beschränkt sich in seiner Verbreitung nicht ausschließlich auf das Mediterraneum.

Zum einen wäre da Matthiola fruticulosa, eine Levkoj-Art aus der großen Familie der Kreuzblütler, die mich besonders durch ihre auf den ersten Blick eher unscheinbar wirkenden purpur-grün gefärbten Blüten beeindruckt hat, die aus der Nähe betrachtet dann aber sehr filligran und speziell wirken (Bild).

Matthiola fruticulosa
Gattungssuche Matthiola fruticulosa - Levkoj
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Nr. 2017.8198kl_r100 %
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Matthiola fruticulosa
Levkoj
100mm; F/5.6; 1/640s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Aceras anthropophorum
Gattungssuche Aceras anthropophorum - Ohnhorn
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Nr. 2017.8191kl_r100 %
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Aceras anthropophorum
Ohnhorn
100mm; F/4; 1/320s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Und zum Schluss kommt mit dem Ohnhorn noch ein Vertreter der europäischen Orchideen­flora, der auch bei uns in Deutschland - wenn auch sehr selten - vorkommt und dessen Schönheit sich, wie bei unserem vorherigem Kandidaten, sich Einem erst auf den zweiten Blick erschließt.

Danke an José Quiles Hoyo für seine Hilfe bei der Bestimmung der einzelnen Pflanzenarten.

Viel mehr Fotos habe ich dann auch während unseres Urlaubs nicht mehr gemacht - zumindest nicht solche, die in diesen Kontext passen würden. Lediglich "ein paar" Springspinnen haben es natürlich noch auf meinen Chip geschafft. In gesammelter Form gibt es sie auch noch einmal hier und natürlich in der Galerie.

Aelurillus luctuosus
Gattungssuche Aelurillus luctuosus
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.8436_53dkl_r100 %
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Aelurillus luctuosus
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Pellenes brevis
Gattungssuche Pellenes brevis
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.8982_93kl_r100 %
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Pellenes brevis
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Macaroeris flavicomis
Gattungssuche Macaroeris flavicomis
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.9245_55ckl_r100 %
9245_55ckl_r
Macaroeris flavicomis
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Habrocestum ornaticeps
Gattungssuche Habrocestum ornaticeps
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
X
Nr. 2017_Spring.9471_86bkl_r100 %
9471_86bkl_r
Habrocestum ornaticeps
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Salticus confusus
Gattungssuche Salticus confusus
Springspinne ♀
Springspinnengalerie
X
Nr. 2017_Spring.8997_17kl_r100 %
8997_17kl_r
Salticus confusus
Springspinne ♀
65mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV
Pellenes geniculatus
Gattungssuche Pellenes geniculatus
Springspinne ♂
Springspinnengalerie
X
Nr. 2017_Spring.1654_66kl_r100 %
1654_66kl_r
Pellenes geniculatus
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Der für mich sensationellste Fund sei allerdings hier noch einmal separat vorgestellt - Napoca constanzeae. Dabei handelt es sich nämlich nicht nur um den ersten Nachweis einer Art dieser Gattung vom europäischen Festland, sondern auch um eine bisher noch nicht beschriebene neue Art.

Und dass der kleine Springer den Vornamen meiner Frau als "Nachnamen" trägt, ist auch kein Zufall, denn es handelt sich hierbei gleichzeitig um meine lang er­sehnte erste Neubeschreibung einer Springspinnen-Art.

Interessant zu erwähnen wäre dabei noch, dass dies erst weltweit die zweite Art aus der Gattung Napoca dar­stellt. Die erste - Napoca insignis - wurde bereits im Jahre 1879 von den Golanhöhen beschrieben.

Allerdings ist es auch kein kein Wunder, dass es fast 150 Jahre gebraucht hat - mein Fund hätte mit seinen knapp 2,5 mm auch schnell übersehen werden können.

Napoca constanzeae
Gattungssuche Napoca constanzeae - Springspinne ♂Springspinnengalerie
X
Nr. 2017_Spring.9442_49kl_r100 %
9442_49kl_r
Napoca constanzeae
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Dabei hatte ich wenigstens auf das dazugehörige Weibchen gehofft, welches nun, bis auf Weiteres, leider erst einmal unbeschrieben bleiben muss.

Napoca constanzeae
Gattungssuche Napoca constanzeae - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.9450_55kl_r100 %
9450_55kl_r
Napoca constanzeae
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Bis auf das hier abgebildete Männchen konnte ich am Fundort - einem aufgelassenen Steinbruch - außerdem weit und breit kein weiteres Tier der Art entdecken.

Napoca constanzeae
Gattungssuche Napoca constanzeae - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2017_Spring.9426_35kl_r100 %
9426_35kl_r
Napoca constanzeae
Springspinne ♂
65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 400
Canon EOS 5D Mark IV

Dieses Schicksal musste allerdings auch ihre oben erwähnte israelische Schwesternart 140 Jahre lang ertragen, denn erst im Jahre 2012 wurde ein Weibchen der Art entdeckt.

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