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Urlaub in der Türkei 2025

24.10. - 29.10.2025 - Relaxen in der Ostägäis...

Ungeplant ging es nun doch noch mal ans Mittelmeer - allerdings diesmal weniger zum Fotografieren, als zum Entspannen. Daher sollte die türkische Ägais-Küste unser Ziel sein. Ohne Mietwagen und Ausflüge diente uns unserer Hotelanlage direkt am Meer zum Stress-Abbau der letzten Wochen.


Eine Kamera hatte ich natürlich trotzdem mit...

Eyprepocnemis plorans
Eyprepocnemis plorans - Prächtige Tränenschrecke ♂
Nr. 2025.4199_05kl_r100 %
4199_05kl_r
Eyprepocnemis plorans
Prächtige Tränenschrecke ♂
150mm; F/7.1 (DFF); 1/250s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV
Eyprepocnemis plorans
Eyprepocnemis plorans - Prächtige Tränenschrecke ♀
Nr. 2025.4266_71bkl_r100 %
4266_71bkl_r
Eyprepocnemis plorans
Prächtige Tränenschrecke ♀
150mm; F/7.1 (DFF); 1/250s; ISO 160
Canon EOS 5D Mark IV

Gleich am ersten Tag gab's den ersten Heuschreckenfund. Ein Pärchen der Prächtigen Tränen­schrecke beglückte uns direkt vor der Tür unseres Bungalows. Die sehr scheuen bis zu 4,5 cm großen Tiere kommen überall rund ums Mittelmeer vor und sind auch in Afrika und in Teilen des Nahen Ostens weit verbreitet. Lebensräume sind dabei vor allem Feuchtgebiete und Küstenvegetation.

Anacridium aegyptium
Anacridium aegyptium - Ägyptische Wanderheuschrecke ♀
Nr. 2025.4466_69kl_r100 %
4466_69kl_r
Anacridium aegyptium
Ägyptische Wanderheuschrecke ♀
100mm; F/4 (DFF); 1/1000s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Die Tiere vor die Linse zu bekommen, ist allerdings eine andere Sache. Meist übersieht man die Schrecken trotz ihrer Größe, da sie oft regungslos in Büschen und Sträuchern verharren. Zu sehen bekommt man sie dann erst, wenn es zu spät ist und sie direkt vor einem auffliegen und mit großem knatternden Getöse gleich mehrere hundert Meter entfernt wieder landen.

Anacridium aegyptium
Anacridium aegyptium - Ägyptische Wanderheuschrecke ♂
Nr. 2025.4494_03bkl_r100 %
4494_03bkl_r
Anacridium aegyptium
Ägyptische Wanderheuschrecke ♂
100mm; F/4 (DFF); 1/1600s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Im Gegensatz zu anderen Wanderheuschrecken bildet die Art keine großen Schwärme, die zur Plage für die Landwirtschaft werden können. Vor allem in Europa sind die Bedingungen für Massenvermehrungen der Art nicht gegeben. Als Nahrung dienen Gräser, Blätter von Sträuchern und Stauden aber auch Früchte.

Mit bis zu 7 cm Körperlänge ist die Ägyptische Wanderheuschrecke nochmal ein ganz anderes Kaliber. Die zu den Feldheuschrecken gehörende Kurzfühlerschrecke ist eine der größten Heuschrecken­arten der Welt und die größte Europas.

Im Mittelmeerraum - von Portugal über Nordafrika bis in die Ägäis - ist die Art sehr häufig und fast überall anzutreffen. Bei Nachweisen von Tieren nördlich der Alpen handelt es sich um verschleppte Tiere. Gemüsetransporte sind dabei ein beliebter Reiseweg.


Anacridium aegyptium
Anacridium aegyptium - Ägyptische Wanderheuschrecke ♂
Nr. 2025.4338_42kl_r100 %
4338_42kl_r
Anacridium aegyptium
Ägyptische Wanderheuschrecke ♂
150mm; F/5.6 (DFF); 1/250s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Acrotylus longipes
Acrotylus longipes - Gelbflügelige Ödlandschrecke ♂
Nr. 2025.4052kl_r100 %
4052kl_r
Acrotylus longipes
Gelbflügelige Ödlandschrecke ♂
150mm; F/8; 1/320s; ISO 250
Canon EOS 5D Mark IV

Während die Unterflügel der Tiere auf Kos die typische, namensgebende gelbe Färbung aufwiesen Bild, waren die der hiesigen Exem­plare orange gefärbt Bild , was mich im Vorbeiflug zunächst auf eine der beiden rotflü­geligen Arten aus der Gat­tung schließen ließ.

In den wenigen Dünen am Strand vor unserem Hotel begegnete uns mit der Gelbflügeligen Ödland­schrecke eine Art, welche wir vor 2 Jahren auf Kos extra mit Hilfe von bekannten Nachweis-Fundorten auf der Insel gesucht hatten. Interessanterweise hat die hier lebende Population eine andere Flügelfärbung.

Acrotylus longipes
Acrotylus longipes - Gelbflügelige Ödlandschrecke ♀
Nr. 2025.4062kl_r100 %
4062kl_r
Acrotylus longipes
Gelbflügelige Ödlandschrecke ♀
150mm; F/8; 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV
Pezotettix anatolica
Pezotettix anatolica - Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♀
Nr. 2025.4113_15bkl_r100 %
4113_15bkl_r
Pezotettix anatolica
Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♀
150mm; F/7.1 (DFF); 1/320s; ISO 320
Canon EOS 5D Mark IV

Im Gegensatz zum Fotografieren der vorherigen Mo­tive, welches sich durch die sehr gute Flugfähigkeit der Arten eher schwierig gestaltete, war dies beim Anato­li­schen Macchien-Grashüpfer kein Problem.

Genau wie dessen Verwandschaft aus Kos und Rhodos ist auch diese Schrecke in beiden Geschlechtern durch ihre zurückgebildeten Flügel flugunfähig.

Pezotettix anatolica
Pezotettix anatolica - Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♂
Nr. 2025.4151_57kl_r100 %
4151_57kl_r
Pezotettix anatolica
Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♂
150mm; F/9 (DFF); 1/320s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV
Pezotettix anatolica
Pezotettix anatolica - Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♂
Nr. 2025.4136_38kl_r100 %
4136_38kl_r
Pezotettix anatolica
Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♂
150mm; F/9 (DFF); 1/250s; ISO 500
Canon EOS 5D Mark IV

Pezotettix anatolica
Pezotettix anatolica - Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♀ + ♂
Nr. 2025.4298_02kl_r100 %
4298_02kl_r
Pezotettix anatolica
Anatolischer Macchien-Grashüpfer ♀ + ♂
150mm; F/10 (DFF); 1/320s; ISO 320
Canon EOS 5D Mark IV

Die Art kommt außer in der Türkei auch auf den griechischen Inseln Samos und Lesbos vor. Die bis zu 2 cm großen Hüpfer bevorzugen dabei vegetations­reiche, halboffene bis offene Biotope. Wir fanden die Tiere direkt in einer salzwasserbeeinflussten Wiese direkt am Meer, wo sich die Tiere auf den herum­lie­genden Felsbrocken sonnten.

Zwei weitere schöne Funde hatten wir auf einer Brachfläche am Straßenrand direkt vor unserem Hotel. Beim ersten handelte es sich zwar, mit der Gewöhnlichen Nasenschrecke, um eine der häufig­sten Schrecken Südeuropas und des Mittelmeerraums, allerdings hat man nicht jeden Tag die Chance die Tiere bei der Paarung abzulichten.

Der zweite Fund war schon etwas spezieller. Yersin's Steinschrecke kommt nur an wenigen Stellen in Griechenland und in den mediterranen Küstengebieten der Türkei, Libanons, Zyperns und Syriens vor.

Orchamus yersini
Orchamus yersini - Yersin's Steinschrecke ♂
Nr. 2025.4553_56kl_r100 %
4553_56kl_r
Orchamus yersini
Yersin's Steinschrecke ♂
100mm; F/9 (DFF); 1/320s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Orchamus yersini
Orchamus yersini - Yersin's Steinschrecke ♂
Nr. 2025.4527_32kl_r100 %
4527_32kl_r
Orchamus yersini
Yersin's Steinschrecke ♂
100mm; F/4 (DFF); 1/1000s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV
Acrida ungarica
Acrida ungarica - Gewöhnliche Nasenschrecke ♀ + ♂
Nr. 2025.4455_65bkl_r100 %
4455_65bkl_r
Acrida ungarica
Gewöhnliche Nasenschrecke ♀ + ♂
100mm; F/4 (DFF); 1/800s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Wir haben nur ein einzelnes Weibchen dieser mit bis zu 6 cm Körperlänge sehr imposanten, flugunfähigen Kurzfühlerschrecke beobachten können. Wenn man die Tiere so sieht, könnte man fast denken, es handelt sich noch um Larven.

Mit diesem und dem Fund auf Kreta im Frühling haben wir in diesem Jahr bereits zwei der drei in Europa hei­mischen Arten der Gattung gesehen.

Empusa fasciata
Empusa fasciata - Hauben-Fangschrecke juv.
Nr. 2025.4565kl_r100 %
4565kl_r
Empusa fasciata
Hauben-Fangschrecke juv.
100mm; F/6.3; 1/400s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Bei der zweiten Fangschrecke handelt es sich ebenfalls um eine Art des östlichen Mittelmeerraums. Kein Wun­der also, dass uns Ameles heldreichi bei unseren vielen Aufenthalten in der Ägäis nun schon mehrmals über den Weg "gelaufen" ist - die letzten beiden Male in Rhodos und Kos.

Diesmal hüpften einige Weibchen der Art in den Felsen direkt an der Küste unterhalb unseres Hotels herum.

Nun kommen noch zwei Fangschrecken. Zunächst ein Jungtier einer Hauben-Fangschrecke - ob Männchen oder Weibchen bin ich mir hier nicht ganz sicher. Die Art kommt im östlichen Mittelmeerraum von der Türkei, über die Balkanhalbinsel bis hin zum äußersten Osten Italiens vor.

Empusa fasciata
Empusa fasciata - Hauben-Fangschrecke juv.
Nr. 2025.4581_83kl_r100 %
4581_83kl_r
Empusa fasciata
Hauben-Fangschrecke juv.
100mm; F/6.3 (DFF); 1/320s; ISO 100
Canon EOS 5D Mark IV

Wenn die Tiere nicht gerade, wie bei uns, einen Weg überqueren müssen, sitze sie, als Lauerjäger, meist reglos in der Vegetation.

Von Nahen betrachtet haben die grazilen Schönheiten immer etwas alienhaftes für mich.

Ameles heldreichi
Ameles heldreichi - Fangschrecke ♀
Nr. 2025.3985bkl_r100 %
3985bkl_r
Ameles heldreichi
Fangschrecke ♀
150mm; F/8; 1/320s; ISO 640
Canon EOS 5D Mark IV
Ablepharus kitaibelii
Ablepharus kitaibelii - Johannisechse
Nr. 2025.4358kl_r100 %
4358kl_r
Ablepharus kitaibelii
Johannisechse
150mm; F/7.1; 1/250s; ISO 200
Canon EOS 5D Mark IV

Eine besondere Begegnung gab es dann aber doch noch, als beim Spaziergang durchs Hotelgelände ein sehr merkwürdig aussehendes Kriechtier über den Weg huschte. Für mich sah das zunächst wie eine Kreuzung aus Eidechse und Blindschleiche aus.

Nach ein wenig Internet-Recherche konnte das Tier allerdings relativ schnell als Johannisechse identi­fiziert werden. Die bis zu 13 cm groß werdende Art gehört zu den Skinken und hat ihr Verbreitungsgebiet in Südost-Europa.

Die tagaktiven Tiere bevorzugen warme und sonnige Habitate in den tieferen Höhenlagen und halten sich dort meist versteckt zwischen Steinen oder im Laub auf. Wir hatten also viel Glück mit unserer Sichtung!

Zum Schluss noch ein sehr hübscher und vor allem auffälliger Nachtfalter aus der Familie der Bären­spinner. Der Punkt- oder auch Harlekinbär kommt neben dem Mittelmeerraum auch in Afrika und Mittel- bis Südostasien vor. Nördlich der Alpen kann man ihn aber auch gelegentlich als Wanderfalter beobachten.

Die eigentlich nachtaktiven Falter fliegen teilweise auch am Tag. In unserem Fall hielten sich die Tiere in der Dünenvegetation auf, aus der sie, bei einem unserer Strandspaziergänge, gestört durch unsere Schritte, gleich zu Dutzenden aufflogen.

Für mich war die Beobachtung des hübschen Schmet­terlings erst die zweite Begegnung mit dieser Art. Die erste fand vor 15 Jahren auf der Insel Kreta statt.

Utetheisa pulchella
Utetheisa pulchella - Punktbär
Nr. 2025.4105kl_r100 %
4105kl_r
Utetheisa pulchella
Punktbär
150mm; F/10; 1/320s; ISO 250
Canon EOS 5D Mark IV

Das soll es nun schon wieder gewesen sein. Ein paar neue Arten und zeigenswerte Fotos sind es dann doch geworden. Im Ganzen war es für mich aber eindeutig zu wenig Natur und zu viel Müßiggang! Da sind mir die griechischen Inseln viel lieber...

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