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Die Makro-Saison 2015

23.08.2015 - Begegnung im Schnittgerinne...

Calophasia lunula
Gattungssuche Calophasia lunula - Möndcheneule
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Nr. 2015.5804kl_r100 %
5804kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/6.3; 1/100s; ISO 400
Canon EOS 50D

Als ich beim heutigen Familienspaziergang meine Blicke, wie üblich, über das reichlich bewachsene Schnitt­gerinne unserer Straße schweifen ließ, fiel mir an einem kleinen Trupp von Gemeinem Leinkraut (Linaria vulgaris) eine auffällig gefärbte Raupe auf.

Es handelte sich dabei um die Raupe der Möndcheneule, einem Nachtfalter aus der Familie der Eulenfalter, deren Raupen sich ausschließlich von Arten aus der Gattung Linaria ernähren.

Mir stellt sich allerdings die Frage, wie das Tier überhaupt dahin gekommen ist, da sich weit und breit keine andere Nahrungsquelle befand. Daß die Raupe allerdings an Ort und Stelle aus nem Ei geschlüpft und aufgewachsen ist, glaube ich auch nicht. Denn so fett wie sie inzwischen schon war, müßten sehr, sehr viele Fraßspuren an der überschaubaren Menge an Leinkraut zu sehen gewesen sein, was aber nicht der Fall war.

Calophasia lunula
Gattungssuche Calophasia lunula - Möndcheneule
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Nr. 2015.5793_07kl_r100 %
5793_07kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/6.3 (DFF); 1/50s; ISO 400
Canon EOS 50D

Die Art ist in ganz Mittel- und Südeuropa verbreitet, kommt in Deutschland aber überwiegend in der Mitte und im Süden vor. Sie bevorzugt warme und trockene Biotope - ist also hier vor unserer Haustür goldrichtig :-)

Nachtrag: Was muß ich lesen, als ich diesen Bericht in die Artenliste eintragen will? Genau, mir ist der zur Raupe gehörige Falter tatsächlich schon mal in den Püttbergen begegnet - allerdings ist das schon 4 Jahre her.

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09.08.2015 - 8 Flecken...

Wenn ich eine für mich neue Art entdecke, freue ich mich immer ganz besonders. Noch größer ist meine Freude allerdings, wenn es sich dabei, wie im heutigen Fall, noch um etwas Selteneres handelt.

Mein heutiges Motiv, der Achtfleck-Prachtkäfer, steht in Deutschland, wie die meisten einheimischen Pracht­käfer, auf der Roten Liste gefährdeter Arten.

Der Hauptgrund dafür ist, daß sich viele von ihnen von Totholz ernähren, für welches aber leider in den heutigen Wirtschaftswäldern kein Platz mehr ist. Es wird daher regelmäßig aus diesen entfernt - und mit ihm verschwindet dann auch so manche Art, die darauf angewiesen ist.

In den Püttbergen, die als Naturschutzgebiet von der­artigem Tun verschont sind, ist das nicht der Fall und so kann man hier auch noch den einen oder anderen Prachtkäfer entdecken - mal mit 8 Punkten, mal mit einem Punkt mehr, wie in einem meiner Berichte von 2013 zu lesen ist.

Buprestis octoguttata
Gattungssuche Buprestis octoguttata - Achtfleck-Prachtkäfer
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Nr. 2015.5626_30kl_r100 %
5626_30kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/8 (DFF); 1/25s; ISO 400
Canon EOS 50D

Im Übrigen ernähren sich die Larven vieler Prachtkäfer meist monophag, das heißt, jede der Arten von nur einer bestimmten Holzart. Im Fall des Achtfleck-Prachtkäfers ist das die Kiefer, von deren Totholz es hier in den Püttbergen nicht mangelt.

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02.08.2015 - In den Müggelbergen...

Obwohl der heutige Ausflug in die Müggelberge weniger der Makrofotografie als dem Spaß in Familie dienen sollte, klebten meine Augen, wenn sie mal nicht gerade meinen kleinen Sohn im Blick behalten mußten, natürlich die meiste restliche Zeit am Wegesrand - in der Hoffnung das eine oder andere Motiv zu erspähen.

Neomochtherus geniculatus
Gattungssuche Neomochtherus geniculatus
Garten-Raubfliege ♀
Raubfliegenprojekt
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Nr. 2015.5557_61kl_r100 %
5557_61kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/7.1 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D
Neomochtherus geniculatus
Gattungssuche Neomochtherus geniculatus
Garten-Raubfliege ♀
Raubfliegenprojekt
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Nr. 2015.5572_77kl_r100 %
5572_77kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/7.1 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 50D
Neomochtherus geniculatus
Gattungssuche Neomochtherus geniculatus
Garten-Raubfliege ♀
Raubfliegenprojekt
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Nr. 2015.5601_04kl_r100 %
5601_04kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/7.1 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Und wie so oft, wenn man eigentlich keine Zeit zum Fotografieren hat, findet man dabei tatsächlich ein Objekt seiner Begierde - diesmal in Form des Weibchens einer Garten-Raubfliege, hinter dem ich schon seit ein paar Jahren wegen meines Raubfliegen-Projektes her bin. Unverhofft...

Ein paar Infos zur Art gibt's beim Erstfund.

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13.06.2015 - Willkommen in Deutschland...

In den letzten Arachnologischen Mitteilungen wurde der Erstnachweis einer neuen Springspinnenart für Deutschland publiziert, die mir bisher noch in meiner Galerie fehlte - Evarcha michailovi. Interessanter­weise befindet sich der Fundort nur gute anderthalb Stunden Autofahrt von mir entfernt, in der Nähe der Müritz auf einem alten Truppen­übungsplatz, der inzwischen ein Naturschutzgebiet ist.

Was lag also näher als sich mit dem Autor der Publi­kation in Verbindung zu setzen und mit ihm eine gemeinsame Exkursion durchzuführen, um ein Pärchen des Objektes meiner Begierde aufzuspüren und an­schließend abzulichten. Gesagt, getan!

Evarcha michailovi
Gattungssuche Evarcha michailovi - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.3176_79kl_r100 %
3176_79kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/4s; ISO 640
Canon EOS 50D

Evarcha michailovi wurde erst im Jahr 1992 von ihrer Schwester­art Evarcha laetabunda, die ich jüngst in einem ähnlichen Heidegebiet wie diesem, in der Nähe von Berlin, beobachten konnte, getrennt.

Ursprünglich stammt Evarcha michailovi anscheinend aus Asien. Inzwischen existieren aber auch schon Nach­weise aus Slowenien, Frankreich und den Niederlanden.

Evarcha michailovi
Gattungssuche Evarcha michailovi - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.3252_60bkl_r100 %
3252_60bkl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/5s; ISO 640
Canon EOS 50D
Evarcha michailovi
Gattungssuche Evarcha michailovi - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.3455_58kl_r100 %
3455_58kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Vom Betreuer des Naturschutzgebietes wurden wir im Geländewagen direkt im Lebensraum des deutschen Neubürgers abgesetzt und die Suche nach der Steck­nadel im Heuhaufen konnte beginnen. Am Ende ging allerdings alles schneller als erwartet und schon zwanzig Minuten später konnte ich Erfolg vermelden.

Evarcha michailovi
Gattungssuche Evarcha michailovi - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.3286_91kl_r100 %
3286_91kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/8s; ISO 640
Canon EOS 50D

Es war also sicherlich nur eine Frage der Zeit bis sie auch hier in Deutschland in geeigneten Lebensräumen ent­deckt werden würde. Bei uns in Mitteleuropa bevor­zugt die Art xerotherme Heide-, Mager- und Trocken­rasen-Biotope, während sie in Sibirien, China und der Mongolei bereits in den verschiedensten Lebensräumen aufgefunden wurde.

Vielen lieben Dank an Dieter Martin und Udo Steinhäuser für diese einmalige Gelegenheit!

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04.06.2015 - Im Hochmoor...

Mal wieder in der alten Heimat, führte mich ein Ausflug ins Zittauer Gebirge - genauer gesagt ins Lausche-Hoch­moor. Und einmal mehr, war der Grund der Exkursion ein hüpfender!

Heliophanus flavipes
Gattungssuche Heliophanus flavipes - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.4496_99kl_r100 %
4496_99kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/4s; ISO 400
Canon EOS 50D

Zunächst begegneten mir allerdings nur ein paar Exem­plare von Heliophanus dubius und Heliophanus flavipes, zwei andere Arten aus der selben Gattung, die aber als typische Bewohner trockener Habitate weit weniger selten sind, als das Objekt meiner Begierde und auch bei mir in Berlin vor der Haustür vorkommen.

Also hieß es weitersuchen...

Meine Hoffnung war nämlich, die in Deutschland bisher sehr selten nachgewiesene Spring­spinne Heliophanus dampfi hier aufzuspüren. Die Art bevorzugt Hochmoore im Gebirge und das hiesige, erst vor wenigen Jahren renaturierte Moor, schien mir da ein vielverprechendes Biotop zu sein.

Heliophanus flavipes
Gattungssuche Heliophanus flavipes - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.4488_93kl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/2s; ISO 400
Canon EOS 50D

Doch statt des gewünschten Springers hüpfte mir nun auf dem Holzbohlensteg, der den gemeinen Wanderer vor nassen Schuhen schützen soll, eine andere Springspinne vor die Füße, nach der ich schon lange gesucht habe. Die Rede ist von Salticus cingulatus, einer der drei heimischen Arten von "Zebraspringspinnen".

Salticus cingulatus
Gattungssuche Salticus cingulatus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.3831_37kl_r100 %
3831_37kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Erkannt habe ich sie im Übrigen, trotz der Ähnlichkeit der drei "Zebras", sofort. Die Musterung ist, wenn man die Spinne live und in Farbe vor sich hat, dann doch schon ziemlich eindeutig (Bild). Und die einzige ihrer Art war sie hier wohl auch nicht. Ganz im Gegenteil, bei genauerem Hinsehen wimmelte es nur so von ihnen auf dem Handlauf des Steges.

Die letzten Jahre begegneten mir immer nur Salticus scenicus oder Salticus zebraneus. Eigentlich hatte ich die Hoffnung auch schon fast aufgegeben und am Ende über­haupt nicht mehr explizit nach der dritten Art im Bunde gesucht. Daß ich ihr hier nun so unverhofft begegnete, freute mich daher umso mehr.

Salticus cingulatus
Gattungssuche Salticus cingulatus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.3763_68kl_r100 %
3763_68kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/13s; ISO 400
Canon EOS 50D
Heliophanus dampfi
Gattungssuche Heliophanus dampfi - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.3126_27kl_r100 %
3126_27kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 50D

Zwar konnte ich am Ende nur ein Weibchen der Art aufspüren und von diesem auch bloß zwei brauchbare Fotos machen, aber zumindest habe ich nun die Gewissheit, daß Heliophanus dampfi wirklich hier vorkommt.

Nun fehlte mir lediglich noch der eigentliche Grund des Ausfluges auf dem Chip meiner Kamera. Aber da ja bekanntlich dem Tüchtigen die Welt gehört, wurde ich, nach langem Durchkämmen der durch den wenigen Regen der letzten Monate schon ziemlich ausgetrock­neten Randbereiche des Moores, auch in dieser Bezieh­ung zum Schluß noch fündig.

Heliophanus dampfi
Gattungssuche Heliophanus dampfi - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015.2875_79kl_r100 %
2875_79kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 50D

Ein Grund auf jeden Fall wiederzukommen - meine Galerie füllt sich ja nicht von allein!

Nachtrag

Für die Bestimmung einer weiteren Springspinnenart, die zusammen mit der oben schon gezeigten Salticus cingulatus auf dem Holzsteg unterwegs war, der den Wanderer durchs Moor führen soll, hat es ein wenig mehr Zeit gebraucht. Daher hier nun als Nachtrag ein paar Fotos eines Sibianor larae Pärchens.

Sibianor larae
Gattungssuche Sibianor larae - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.6041_42kl_r100 %
6041_42kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/3s; ISO 640
Canon EOS 50D

Sibianor larae
Gattungssuche Sibianor larae - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.6019_25kl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 640
Canon EOS 50D
Sibianor larae
Gattungssuche Sibianor larae - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.6866_71kl_r100 %
6866_71kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/1s; ISO 640
Canon EOS 50D

Sibianor larae
Gattungssuche Sibianor larae - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.6887_90kl_r100 %
6887_90kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1.3s; ISO 640
Canon EOS 50D

Aufgrund der wenigen Nachweise der Art, gibt es nicht viele Infos über sie. Die Spinne bevorzugt als Lebensraum Heiden und Magerrasen, wurde aber besonders in Deutschland auch schon ein paar Mal, wie hier, in Mooren gefunden. Da die Art jedoch erst im Jahr 2001 von ihrer Schwesterart Sibianor aurocinctus abgetrennt wurde, dürften sich viele ältere Nachweise und mit diesen die dabei dokumentierten Fundumstände auf Sibianor larae beziehen.

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26.05.2015 - Wie jedes Jahr...

Mindestens einmal im Jahr führt mich eine meiner Exkursionen in die Schönower Heide - so auch diesmal. Mein Besuch galt eigentlich der Suche nach einer Springspinne, die ich hier vor ein paar Jahren schon einmal als Jungtier beobachtete und dessen Männchen bisher noch in meiner Galerie fehlte. Doch obwohl ich die "normale" Makrofotografie zu Gunsten meiner Springspinnerei in diesem Jahr erst einmal auf Eis gelegt habe, kam ich natürlich an so manch einem anderen Motiv nicht vorbei ohne ein oder zwei Fotos davon zu machen.

Lasiopogon cinctus
Gattungssuche Lasiopogon cinctus - Gemeiner Grauwicht ♀Raubfliegenprojekt
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Nr. 2015.2509_15kl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.100mm; F/10 (DFF); 1/5s; ISO 400
Canon EOS 50D

Diese Raubfliegenart war mir tatsächlich bis dato noch nie begegnet, obwohl sie in und um Berlin schon relativ oft nachgewiesen wurde.

Auch an meinem nächsten Motiv konnte ich nicht so einfach vorbeigehen, da man einem Zypressen­wolfs­milch-Glasflügler nicht jeden Tag begegnet. Der circa 1 cm große Schmetterling bevorzugt warme, offene und trockene Biotope - vorausgesetzt die Futterpflanze seiner Raupen kommt dort vor. Diese ernähren sich ausschließlich von der Zypressen-Wolfsmilch, an deren Wurzeln sie fressen.

Die selbe Vorliebe teilt im Übrigen auch die Schwestern­art meines heutigen Fundes, die mir bereits mehrmals (2010 & 2013) in den Püttbergen, gleich vor meiner Haustür, begegnet ist - allerdings etwas später im Jahr.

Steatoda albomaculata
Gattungssuche Steatoda albomaculata - Kugelspinne
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Nr. 2015.2204_07kl_r100 %
2204_07kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/13 (DFF); 1/25s; ISO 400
Canon EOS 50D

Vor allem sobald ich eine Raubfliege sah, konnte ich nicht anders und mußte zumindest einmal etwas genauer hinschauen, denn es könnte ja sein, daß die Art noch in meinem Raubfliegen-Projekt fehlte.

Und siehe da, bei einem dieser kleinen fliegenden Räuber hatte ich tatsächlich Glück. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das während der Spinnensuche in meinem Augenwinkel landende Etwas als Gemeiner Grauwicht.

Chamaesphecia empiformis
Gattungssuche Chamaesphecia empiformis - Zypressenwolfsmilch-Glasflügler ♂
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Nr. 2015.2477_83kl_r100 %
2477_83kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/8 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 50D

So, nun aber zu den Achtbeinern - wenn auch nicht gleich zu den springenden. Die erste Spinne auf meinem Chip - Steatoda albomaculata - gehört zu den Kugelspinnen und ist in den offenen Sandgebieten Brandenburgs relativ häufig.

Eigentlich wollte ich sie auch gar nicht fotografieren, aber ein Freund, der mich auf meinem Ausflug begleitete, nötigte mich regelrecht zu ein paar Fotos :-) Da die Art aber im Allgemeinen nicht ganz so häufig bei uns in Deutschland ist, war sein Anliegen natürlich berechtigt.

Um die nächsten beiden Achtbeiner zu fotografieren, mußte mich niemand zwingen. Mit ihrem abstrakten stacheligen Aussehen gehören Luchspinnen nämlich zu meinen Favoriten unter den krabbelnden Fotomotiven.

Vielleicht liegt meine Affinität aber auch daran, weil sie in vielen Dingen sehr meinen eigentlichen Lieblingen ähneln. Genau wie die Spring­spinnen können Luchs­spinnen sehr gut sehen, sind tagaktiv und jagen dabei frei - das heißt, ohne Netz.

Oxyopes ramosus
Gattungssuche Oxyopes ramosus - Luchsspinne ♂
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Nr. 2015.3880_84kl_r100 %
3880_84kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/6.3 (DFF); 1/6s; ISO 400
Canon EOS 50D
Oxyopes ramosus
Gattungssuche Oxyopes ramosus - Luchsspinne ♀
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Nr. 2015.3948_53kl_r100 %
3948_53kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/8 (DFF); 1/10s; ISO 400
Canon EOS 50D

Sie schleichen sich genau wie diese an ihre Beute an, um sie schließlich mit einem Sprung zu überwältigen, wenn gleich dieser auch meist nicht so große Distanzen wie bei den Springspinnen überbrückt.

Oxyopes ramosus bevorzugt trockene und warme Habitate. In Deutschland findet man sie häufig in Heidegebieten - meist auf kleineren Kiefern oder wie hier direkt in den Heidepflanzen.

Allerdings ist die Art relativ selten und steht in fast allen Bundesländern auf der roten Liste gefährdeter Arten. Umso erfreulicher, daß sie in der Schönower Heide eine stabile Population zu haben scheint. Denn schon bei meinen letzten Besuchen hier, bin ich der Art immer mal wieder begegnet - unter anderem auch im letzten Jahr.

Mein nächstes Fotomodell flog mir in der größten Mittagshitze mit lautem Getöse direkt vor die Nase. Im Gegensatz zu den Motiven vorher war dieses allerdings mit ca. 2 cm Körperlänge ne ganze Nummer größer.

Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich der dicke Brummer als ein Prachtkäfer, den ich vor Ort zunächst nicht näher bestimmen konnte. Zu Hause ließ sich dem Tier dann aber recht einfach der schöne Name Goldgruben-Eichenprachtkäfer zuordnen.

Der Käfer ist in Mitteleuropa nicht selten. Er bewohnt lichte Laubwälder, tritt aber häufig auch in Holzschlägen und Holzlagerplätzen auf - in letzterem stellenweise sogar in großer Anzahl. Seine Larven ernähren sich, im Gegensatz zu dem was der Name des stattlichen Insekts eigentlich vermuten läßt, nicht nur von Eichenholz, sondern polyphag von vielen Laubholzarten.

Chrysobothris affinis
Gattungssuche Chrysobothris affinis - Goldgruben-Eichenprachtkäfer
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Nr. 2015.2433_34kl_r100 %
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Keine Infos in EXIF.100mm; F/13 (DFF); 1/13s; ISO 400
Canon EOS 50D
Rhynchites auratus
Gattungssuche Rhynchites auratus - Goldgrüner Kirschfruchtstecher
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Nr. 2015.2380_84kl_r100 %
2380_84kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/13 (DFF); 1/20s; ISO 400
Canon EOS 50D

Es handelte sich dabei um den Goldgrüner Kirsch­fruchtstecher, einen purpur glänzenden Vertreter aus der Familie der Rüsselkäfer, der mit seiner Vorliebe für Steinobst durchaus auch als Schädling auftreten kann.

Ein paar weitere sehr hübsche Käfer tummelten sich gleich nebenan auf den Blättern einer Späten Trauben­kirsche - einem invasiven Neophyten, der auch bei mir vor der Haustür, in den Püttbergen, "wütet".

Rhynchites auratus
Gattungssuche Rhynchites auratus - Goldgrüner Kirschfruchtstecher
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Nr. 2015.2393_97kl_r100 %
2393_97kl_r
Keine Infos in EXIF.100mm; F/13 (DFF); 1/8s; ISO 400
Canon EOS 50D

Vielen Dank an das Team von kerbtier.de für die Bestätigung meiner beiden Käferbestimmungen.

Sitticus saltator
Gattungssuche Sitticus saltator - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.2347_54kl_r100 %
2347_54kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 640
Canon EOS 50D

Sitticus saltator
Gattungssuche Sitticus saltator - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.2359_67kl_r100 %
2359_67kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 2s; ISO 640
Canon EOS 50D

Da das Beste bekanntlich zum Schluß kommt, hier nun endlich ein paar Fotos des eigentlichen Objektes der Begierde und Ziel dieses Ausflugs - einem Männchen der Springspinne Sitticus saltator.

Wie schon oben erwähnt, wußte ich, daß die Art hier vorkommt - bis auf ein Jungtier konnte ich aber in den letzten Jahren kein Exemplar aufspühren. Bei einer Spinnengröße von 2 mm und einem Suchareal von über 500 ha ist das aber auch kein Wunder und die Erfolgschancen sicherlich noch etwas geringer als die sprichwörtliche Suche der Nadel im Heuhaufen.

Diesmal war mir das Glück jedoch hold! Ich hatte allerdings auch, wie bereits erwähnt, noch etwas Suchverstärkung in Form eines weiteren "Spinners" dabei, der auch prompt ein Mikrohabitat aufspührte, in dem sich die Art sichtlich wohlfühlte. Nach mehreren Weibchen und Jungtieren habe ich das einzige Männchen aber schließlich selbst gefunden :-)

Sitticus saltator
Gattungssuche Sitticus saltator - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.2315_22kl_r100 %
2315_22kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/5s; ISO 640
Canon EOS 50D

Wenn zwar, aufgrund seines wahrscheinlich betagten Alters, auch schon etwas abgenutzt, habe ich doch nun auf jeden Fall Fotos beider Geschlechter dieser Art in meiner Galerie. Exkursionsziel erfüllt!

Infos zur Art gibt es im Bericht zu meiner Erstsichtung in der Schönower Heide.

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16.05.2015 - Böhmische Blockhalden...

Ein etwas verspäteter Männertagsausflug führte mich in diesem Jahr auf den in Nordböhmen gelegenen Berg Jeschken. Er ist mit 1.012 m die höchste Erhebung des gleichnamigen Jeschkengebirges und liegt unmittelbar am Stadtrand der nach Einwohneranzahl fünftgrößten Stadt Tschechiens - Liberec.

Sitticus atricapillus
Gattungssuche Sitticus atricapillus - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.1418_25kl_r100 %
1418_25kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 640
Canon EOS 50D

Die sind nämlich der Lebensraum der ziemlich seltenen Springspinnenart Sitticus atricapillus. Bei uns in Deutschland wurde sie bisher lediglich an einem Stand­ort in den bayrischen Alpen nachgewiesen und auch der Fundort am Jeschken ist der einzige seines Landes.

Eigentlich hatte ich daher wenig Hoffnung überhaupt eines der ca. 5 mm großen Tiere auf den riesigen Blockhalden (Bild) zu finden - aber falsch gedacht.

Sitticus atricapillus
Gattungssuche Sitticus atricapillus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.1386_89kl_r100 %
1386_89kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 50D

Bei dem Besuch ging es mir primär aber nicht um die wunderschöne Aussicht auf das Isargebirge oder das böhmische Mittelgebirge mit seinen Vulkankegeln und auch nicht darum, daß man bei guter Sicht von hier aus sogar die Schneekoppe und den Hauptkamm des Riesengebirges sieht. Nein, vielmehr waren mein Ziel die Blockhalden, die sich unterhalb des Berggipfels, der mit einem futuristischem Turm gekrönt ist, erstrecken.

Sitticus atricapillus
Gattungssuche Sitticus atricapillus - Springspinne ♂Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.1434_39kl_r100 %
1434_39kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/8 (DFF); 1/3s; ISO 400
Canon EOS 50D

Sitticus atricapillus
Gattungssuche Sitticus atricapillus - Springspinne ♀Springspinnengalerie
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Nr. 2015_Spring.1349_56kl_r100 %
1349_56kl_r
Keine Infos in EXIF.65mm; F/6.3 (DFF); 1/2s; ISO 640
Canon EOS 50D

Nachdem ich erst einmal ein Auge für die Winzlinge entwickelt hatte, entdeckte ich sie überall auf und zwischen den zum Teil riesigen Felsblöcken umherspringen. Wer hätte das gedacht, daß die Art lokal in solch einer Menge vorkommt - zum Glück für mich und meine Galerie!

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