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Exkursionen in der Oberlausitz 2010

10.07.2010 - Zu Besuch in der alten Heimat...

...genauer gesagt im Zittauer Gebirge.

Wenn man zu Besuch in seiner alten Heimat ist, möchte meistens ein jeder aus der Familie und dem Freundeskreis ein Stück von einem abhaben. Das kann, in der eh schon knappen Zeit, leicht in Streß ausarten.

Leider hatte ich auch diesmal wieder viel zu wenig Zeit für eine ausgiebigere Wanderung durch die wunderschöne Natur der Oberlausitz. Für einen kleinen Spaziergang durchs Zittauer Gebirge hat es dennoch gereicht. Am Ende ist dabei sogar noch ein zeigenswertes Foto einer der vielen hier wachsenden typischen Gebirgspflanzen entstanden.

Es handelt sich dabei um den Roten Fingerhut, einer Pflanze aus der Familie der Rachenblütler. Vielen dürfte er bereits aus dem einen oder anderen Garten bekannt sein, denn schon seit dem Mittelalter ist der Fingerhut als Heil- und Kultur­pflanze sehr beliebt.

Im Zittauer Gebirge kommt die Art, wie in mehreren anderen deutschen Mittelgebirgen, noch wild vor. Man findet ihn hier vorwiegend auf sonnigen Waldwegen und Lichtungen.

Vor allem in der Pflanzenheilkunde ist der Fingerhut schon seit vielen Jahrhunderten sehr bekannt und wird dort als Mittel gegen Herzschwäche eingesetzt. Allerdings kommen seine Inhaltsstoffe nur in sehr geringen Dosen als Heilmittel zur Verwendung, denn alle Teile der Pflanze sind hoch giftig.

Bereits der Verzehr von nur wenigen Fingerhut­blättern kann deshalb tödlich sein!!!

Also bitte nicht unbedingt an der Pflanze lecken...

Digitalis purpurea
Gattungssuche Digitalis purpurea - Roter Fingerhut
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Nr. 2010.5022kl100 %
5022kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/3.5; 1/500s; ISO 800
Canon EOS 50D

Mit mehr Bildern, von diesem leider viel zu schnell vergangenen Wochenende, kann ich allerdings nicht dienen. Vielleicht beim nächsten Besuch...

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29.05.2010 - Ein kleiner Rüssler...

...begegnete mir am Geburtstag meines Großvaters. Dieser Tag war gleichzeitig auch mein letzter in meiner alten Heimat, der Oberlausitz. Ab nun werde ich hier nur noch auf Besuch sein!

Mononychus punctumalbum
Gattungssuche Mononychus punctumalbum - Schwertlilienrüssler
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Nr. 2010.3236_37_V2_kl100 %
3236_37_V2_kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/5 (DFF); 1/400s; ISO 320
Canon EOS 50D

Der oben erwähnte Rüssler war ein Käfer, genauer gesagt ein Weißpunktiger Schwertlilienrüssler. Er krabbelte recht munter mit einigen seiner Artge­nossen auf einer gelben Schwertlilie im Garten meiner Eltern umher.

Mit 4 mm Körpergröße gehört er zu den Kleinsten aus der großen Familie der Rüsselkäfer, die mit mehr als 60.000 Arten sogar die umfangreichste Familie im Tierreich darstellt. Allein in Mitteleuropa sind ca. 500 Rüsselkäferarten bekannt.

Der Schwertlilienrüssler ist recht einfach an einem weißen Punkt auf seiner Flügeldeckennaht zu erkennen (außer wenn man ihn von der Seite fotografiert). Der restliche Körper ist ansonsten komplett schwarz oder braun gefärbt.

Die Art ist außer in Skandinavien in ganz Europa weit verbreitet, wird aber nach Norden hin immer seltener.

Larven und Käfer ernähren sich monophag von Schwertlilien. Die Larven findet man sogar meist ausschließlich an der Sumpfschwertlilie. Der Käfer selbst nutzt auch andere Iris-Arten als Fraßpflanze. Er benagt dabei, in der Blütezeit der Schwertlilien zwischen Mai und Juni, verschiedene Blütenteile, später aber auch junge Früchte.

Die Eier werden an den Fruchtkapseln der Pflanze abgelegt, in denen sich dann später auch die Larven entwickeln. Bis zum Ausreifen der Früchte haben aber bereits meist alle fertig entwickelten Käfer ihre Puppenstube durch ein selbstgefressenes Loch wieder verlassen.

Mehr als ein ansehnliches Bild dieses interessanten Käfers ist mir allerdings nicht gelungen, wahrscheinlich weil ich an diesem Tag mehr mit Geburtstagfeiern und Abschiednehmen beschäftigt war.
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02.05.2010 - Ein morgendlicher Rundgang um die Schlegler Teiche...

Die meisten Makrofotografen bevorzugen die frühen Morgenstunden, um ihre Motive zu finden. Diese schlafen dann meist noch oder sind zumindest durch die Kälte noch so träge, daß man alle Zeit der Welt hat, sie nach den eigenen Vorstellungen in Szene zu setzen. Im späteren Tagesverlauf muß man dann meist viel mehr Glück bzw. Geduld dafür aufbringen.

Normalerweise gehöre ich aber nicht zu diesen Fotografen. Nicht weil ich das irgendwie blöd finde, sondern einfach weil ich ein ausgesprochener Liebhaber warmer Bettdecken bin :-) An diesem Tag habe ich mich aber mal aufgerafft und bin schon vor dem Frühstück zu einem Teich gleich in meiner Nähe gefahren. Allerdings war dort noch nicht viel los. Vielleicht lag es ja am trüben Wetter oder es war einfach zu kalt an diesem Morgen. Jedenfalls blieben von meiner Jagd lediglich zwei zeigenswerte Motive übrig.

Das erste zeigt eine Sackspinne, die mich von einem Schilfblatt aus beobachtete und auf Grund eines Tautropfens zwischen ihren Cheliceren für mich ein klasse Motiv abgab. Im Tropfen ist übrigens mein Stativ samt Kamera zu bewundern.

Auf dem zweiten Bild ist eine Schlammfliege zu sehen, die es sich über Nacht an einem alten Brennesselhalm gemütlich gemacht hatte und dort wohl immernoch auf besseres Wetter wartete. Ihre Flügelstrukturen hatten es mir besonders angetan.

Clubiona cf. phragmitis
Gattungssuche Clubiona cf. phragmitis - Sackspinne
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Nr. 2010.2963d_kl100 %
2963d_kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D
Sialis cf. lutaria
Gattungssuche Sialis cf. lutaria - Schlammfliege
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Nr. 2010.2938_39b_kl100 %
2938_39b_kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/7.1 (DFF); 1/25s; ISO 200
Canon EOS 50D

Schlammfliegen gehören zu den Großflüglern (Megaloptera) und sind weltweit mit ca. 60 Arten verbreitet. In Mitteleuropa sind davon allerdings nur vier vertreten. Die Larven der Fliegen halten sich im Wasser bzw. später im Schlamm auf und brauchen zwei Jahre für ihre Entwicklung. Als fertiges Insekt leben die Tiere dann aber nur wenige Tage, meist in der Ufervegetation von Seen, Teichen und Flüssen.

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07.04.2010 - Ein ziemlich dickes Ding...

...von einem Käfer krabbelte mir an diesem Tag vor meine Kamera. Eigentlich war ich auf Wollschweber aus, aber meistens kommt es ja anders als man denkt. Diesmal in Form eines riesigen Violetten Ölkäfers, der auf einem alten umgestürzten Weidezaunspfahl aus Beton die letzten Strahlen der Abendsonne genoß. Da ließ ich natürlich gerne die Wollschweber Wollschweber sein und widmete mich lieber meinem neuen Motiv.

Meloe proscarabaeus
Gattungssuche Meloe proscarabaeus - Schwarzblauer Ölkäfer
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Nr. 2010.2575kl100 %
2575kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/8; 1/20s; ISO 200
Canon EOS 50D

Der Schwarzblaue Ölkäfer gehört zur Familie der Ölkäfer, von der in Mitteleuropa ca. 40 Arten vorkommen. Er bevorzugt vor allem trockene und sonnige Wiesen als Lebensraum und kommt in ganz Europa vor.

Die Tiere können bis zu 3 cm groß werden. Als Käfer sind die meisten Ölkäferarten auf den ersten Blick allerdings nur bedingt zu erkennen. Besonders die kurzen Stummelflügel und der imposante Hinterleib verleihen den Tieren schon fast alienhafte Züge.

Als Nahrung dienen dem erwachsenen Käfer Pollen verschiedenster Blütenpflanzen. Die Larven hin­gegen ernähren sich ausschließlich parasitisch. Sie entwickeln sich vor allem in Nestern von solitär lebenden Wildbienenarten oder in Gelegen von Heuschrecken. Aber auch in Bienenstöcken wurden schon Larven des Käfers gefunden. Meistens überleben sie das allerdings nicht :-)

Meloe proscarabaeus
Gattungssuche Meloe proscarabaeus - Schwarzblauer Ölkäfer
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Nr. 2010.2579_81b_kl100 %
2579_81b_kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/6.3 (DFF); 1/15s; ISO 200
Canon EOS 50D

Ist es nicht verrückt, was die Natur nicht immer so für faszinierende Wesen für einen bereit hält!

Ergänzung vom 30.06.2011: Ich hatte dieses Exemplar erst irrtümlich als Meloe violaceus bestimmt, aber Stanislav, ein Besucher meiner Webseite, hat mich eines Besseren belehrt. Danke an dieser Stelle dafür! Im Übrigen wimmelt es auch auf seiner Webseite www.meloidae.com nur so von schönen Insekten-Bildern.

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02.04.2010 - "Renaturierter Huflattich am Bertsdorfer Stausee" ...

...nenne ich meine heutige Serie, bei der ich, wie man leicht sieht, eher künstlerische als naturdokumen­tarische Ambitionen verfolgt habe. Man muß ja aber auch mal seiner musischen Ader nachgehen :-)

Alle diese Bilder entstanden mit der für mein Objektiv offensten Blende. Ich wollte dadurch eine möglichst geringe Schärfentiefe erreichen und nur das Innere einer Hufflattich-Blüte richtig in Szene setzen.

Ringsherum sieht man das triste Grau der im Vor­frühling noch sehr kargen Tagebaufolge­landschaft des ehemaligen Tagebaus Bertsdorf.

Huflattich ist als ausgesprochene Pionierpflanze übrigens eine Charakterart solcher Landschaften. Er ist in Europa, Asien und Afrika heimisch. In Nord­amerika hingegen, wurde er durch den Menschen eingeschleppt und gilt dort als invasiver Neophyt.

Huflattich ist außerdem eine bedeutsame Heil­pflanze. Er wird bei Erkrankungen der Atemwege eingesetzt und wirkt dort schleimlösend.

Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
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Nr. 2010.2389kl100 %
2389kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/2.8; 1/640s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
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Nr. 2010.2395kl100 %
2395kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/2.8; 1/500s; ISO 200
Canon EOS 50D
Tussilago farfara
Gattungssuche Tussilago farfara - Huflattich
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Nr. 2010.2390kl100 %
2390kl
Keine Infos in EXIF.100mm; F/2.8; 1/640s; ISO 200
Canon EOS 50D
Die Blätter der Pflanze erscheinen erst später im Jahr und werden auf Grund ihrer Größe und weil sie unterseits weich behaart sind von Naturfreunden auch als "Klopapier des Wanderers" bezeichnet :-)
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